RGB vs CMYK: Die Welt der Farben in Wahrnehmung und Druck

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Der Monitor leuchtet, das Papier wirft zurück. Aus diesem einen physikalischen Unterschied ergibt sich alles, was mit den Farben zwischen Entwurf und Druck geschieht.

RGB und CMYK sind nicht zwei Schreibweisen derselben Sache, sondern zwei verschiedene Arten, wie Farbe entsteht. Im Folgenden erklären wir, warum manche Farben vom Bildschirm im Druck nicht erreichbar sind, wie groß dieser Unterschied ausfällt und was zu tun ist, damit der Druck nicht überrascht.

RGB: Farbe aus Licht

Das Modell RGB beruht auf drei Lichtfarben: Rot, Grün und Blau. Der Bildschirm sendet sie in unterschiedlichen Anteilen aus und das Auge nimmt die Summe wahr. Das ist additive Mischung, bei der das Hinzufügen von Anteilen das Bild aufhellt: alle drei am Maximum ergeben Weiß, das Fehlen aller ergibt Schwarz.

Deshalb kann ein Bildschirm Farben zeigen, deren Reinheit für Druckfarbe unerreichbar ist. Ein tiefes Blau, ein leuchtendes Grün oder ein Neonorange sind Farben, die als Licht existieren und nicht als Pigment.

CMYK: Farbe aus Druckfarbe

Im Druck entsteht Farbe umgekehrt. Das Papier wirft Licht zurück und die Druckfarbe schluckt einen Teil davon: Cyan nimmt das Rot weg, Magenta das Grün, Gelb das Blau. Das ist subtraktive Mischung, bei der jede weitere Farbe das Ergebnis abdunkelt.

Der vierte Bestandteil, Schwarz, kommt nicht ohne Grund dazu. Die drei Buntfarben zusammen ergeben ein schmutziges Braun statt eines reinen Schwarz und bringen zugleich so viel Feuchtigkeit auf das Papier, dass es sich wellt und länger trocknet.

Daraus folgt eine praktische Regel: Text wird in reinem Schwarz gedruckt, große schwarze Flächen dagegen in Tiefschwarz, also mit Schwarz, das durch die übrigen Farben verstärkt wird. Der Gesamtfarbauftrag aller vier sollte dabei auf gestrichenem Papier etwa 300% nicht überschreiten.

Farbraum, also was überhaupt hineinpasst

Die Menge der in einem System erreichbaren Farben nennt man Farbraum. Der Farbraum des Bildschirms und der des Drucks überschneiden sich weitgehend, decken sich aber nicht: jeder hat Bereiche, die dem anderen nicht zugänglich sind.

Am meisten verliert man bei gesättigten Farben. Die Praxis zeigt, dass vor allem intensive Blautöne, reine Grüntöne und fluoreszierende Orangetöne auseinanderlaufen. Gedeckte Farben, Hauttöne, Grautöne und die meisten natürlichen Farben gehen nahezu unverändert in den Druck über.

Die gute Nachricht: In einer typischen Fotografie liegt nur ein kleiner Teil der Bildpunkte außerhalb des Druckfarbraums. Deshalb sieht ein durchschnittliches Foto nach der Umrechnung ähnlich aus, und Alarm schlagen erst Grafiken mit flächigen, stark gesättigten Feldern.

Wie stark unterscheidet sich die Farbe wirklich

Der Farbunterschied wird mit einer Kennzahl gemessen, die als Delta E geschrieben wird. Es ist weder ein Prozentwert noch eine Entfernung auf dem Farbkreis, sondern ein Maß, das dem Seheindruck entsprechen soll.

Delta EWas das Auge sieht
unter 1der Unterschied ist nicht wahrnehmbar
1–2für ein geübtes Auge im direkten Vergleich wahrnehmbar
2–4für jeden sichtbar, wenn die Muster nebeneinanderliegen
über 5eine deutlich andere Farbe

Beim Druck gut vorbereiteter Daten auf einer kalibrierten Maschine bleiben wir gewöhnlich in Grenzen, die das Auge nicht wahrnimmt. Das Problem tritt dort auf, wo eine Farbe weit außerhalb des Farbraums liegt und durch die nächste erreichbare ersetzt werden muss.

Wie die Umrechnung funktioniert

Die Umwandlung von RGB in CMYK ist keine Berechnung nach einer Formel, sondern die Abbildung einer Farbmenge auf eine andere, beschrieben durch ein Farbprofil. Das Profil enthält das gemessene Verhalten einer bestimmten Kombination aus Farben und Bedruckstoff, deshalb ergibt dieselbe Datei für gestrichenes und für ungestrichenes Papier ein anderes Ergebnis.

Wie mit Farben außerhalb des Farbraums umgegangen wird, wählt man bewusst:

  • Perzeptiv staucht den gesamten Farbraum und erhält die Beziehungen zwischen den Farben. Die Farben verlieren etwas Sättigung, die Übergänge bleiben aber weich. Gut für Fotografie.
  • Relativ farbmetrisch lässt Farben innerhalb des Farbraums unverändert und verschiebt jene außerhalb auf die nächste erreichbare. Besser dort, wo es auf die Treue einzelner Farben ankommt, etwa bei Unternehmensfarben.

Die Umrechnung erfolgt einmal, am Ende der Arbeit. Mehrfaches Hin und Her nimmt jedes Mal Sättigung weg, denn jede Umwandlung rundet Werte, die sich nicht mehr zurückholen lassen.

Warum dasselbe Foto auf zwei Monitoren anders aussieht

Bevor wir dem Druck die Schuld geben, lohnt ein Blick auf den Bezugspunkt. Ein unkalibrierter Monitor zeigt Farben auf seine Weise, und Werkseinstellungen sind oft übertrieben: angehobene Sättigung und Helligkeit wirken im Laden attraktiv, lügen aber bei der Arbeit mit Farbe.

Zur Beurteilung von Drucksachen nimmt man eine Leuchtdichte von etwa 120 Candela pro Quadratmeter und ein neutrales Bildschirmweiß an, und der Druck wird bei Licht mit bekannter Farbtemperatur betrachtet. Derselbe Abzug unter einer Glühlampe und unter einer Leuchtstoffröhre sind zwei verschiedene Farben, und das ist nicht die Schuld der Druckerei.

Die häufigsten Überraschungen
  • Ein Neongrün oder Neonblau vom Bildschirm, das im Druck gedämpft herauskommt. Die Farbe liegt schlicht außerhalb des Farbraums der Druckfarben.
  • Ein schwarzer Hintergrund in Dunkelgrau, weil auf großer Fläche reines Schwarz statt Tiefschwarz verwendet wurde.
  • Ein verlaufener, durchtränkter Druck bei zu hohem Gesamtfarbauftrag, wenn alle Farben nahe am Maximum aufgetragen wurden.
  • Zwei verschiedene Töne desselben Logos auf Flyer und Banner, weil die Materialien mit verschiedenen Techniken auf verschiedenen Bedruckstoffen gedruckt wurden.
  • Eine Unternehmensfarbe, die das Muster verfehlt, trotz korrekter Datei. Ein Teil der auf Papier ausgewählten Farben hat in vier Druckfarben keine Entsprechung.
Prüfen, bevor Sie in den Druck geben

Am einfachsten ist es, den Unterschied selbst zu sehen. In unserer CMYK-Simulation laden Sie die Grafik hoch und sehen, wie sie sich nach dem Übergang auf Druckfarben verhält: welche Bereiche über den Farbraum hinausgehen, wie groß der Farbunterschied ist und was geschieht, wenn der Bedruckstoff wechselt.

Es lohnt auch, die Datei selbst zu prüfen: Farbmodus, Beschnitt, eingebettete Schriften und Bildauflösung. Das erledigt unsere PDF-Dateikontrolle, die einige Dutzend Regeln durchgeht.

Zusammenfassung

RGB ist Farbe aus Licht, CMYK Farbe aus Druckfarbe. Das erste addiert und hellt auf, das zweite subtrahiert und dunkelt ab. Sie sind keine Konkurrenten, sondern Werkzeuge für zwei verschiedene Aufgaben: Bildschirm und Druck.

Die Praxis läuft auf drei Dinge hinaus: im Farbraum arbeiten, der zum Medium passt, einmal und am Ende umrechnen und kritische Farben rechtzeitig prüfen, statt darauf zu hoffen, dass sie gelingen.

Haben Sie ein Projekt, bei dem die Farbe stimmen muss? Werfen Sie einen Blick auf unser Angebot für Druck. Wir beraten zur Wahl von Bedruckstoff und Technik und prüfen bei Unternehmensfarben, was erreichbar ist, bevor die Produktion anläuft.

Tagi: # RGB, CMYK, druk, DTF, DTG
O autorze
Seweryn Kostka
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