Lesbarkeit aus der Entfernung: wie groß müssen Buchstaben auf Banner, Wand oder Messestand sein
Geben Sie die Entfernung an, aus der die Aufschrift gelesen wird, und Sie erhalten Buchstabenhöhe und Schriftgrad für drei Stufen: Minimum, bequemes Lesen und schnelles Erfassen. Funktioniert auch umgekehrt: Geben Sie die Buchstabenhöhe ein und prüfen Sie die Reichweite. Berücksichtigt Kontrast, Beleuchtung, Bewegung des Betrachters und Alter. Die Ergebnisse sind orientierende Gestaltungsempfehlungen.
Betrachtungsbedingungen
Der Schriftgrad (pt) ist nicht die Buchstabenhöhe: Die Versalie nimmt in der Regel 0,66–0,73 des Schriftgrads ein. Die Umrechnung in Punkt ist ein Richtwert und hängt von der Schrift ab.
Ergebnis
Das Ergebnis ist eine orientierende Gestaltungsempfehlung, keine Norm. Sicherheits-, Barrierefreiheits- und Verkehrsbeschilderung haben eigene Anforderungen, und die Bedürfnisse sehbehinderter Betrachter gehen über diesen Rechner hinaus.
Sehwinkel
Wie groß müssen Buchstaben sein, damit sie aus der Entfernung lesbar sind?
Über die Lesbarkeit entscheidet der Winkel, unter dem das Auge den Buchstaben sieht, nicht seine Größe allein. Ein 10 cm hoher Buchstabe aus 10 m nimmt im Gesichtsfeld genauso viel Raum ein wie ein 1 cm hoher Buchstabe aus 1 m. Deshalb wird die erforderliche Höhe aus der Entfernung berechnet: h = 2 · d · tan(θ/2), wobei θ der Sehwinkel ist. Eine Person mit normaler Sehkraft erkennt Buchstaben bereits bei wenigen Bogenminuten, bequemes Lesen erfordert jedoch etwa 15 Bogenminuten, und Text, der in Bewegung, aus großer Entfernung oder unter schlechten Bedingungen gelesen wird, braucht 30 Bogenminuten und mehr.
Drei Stufen: Minimum, bequemes Lesen, schnelles Erfassen
Das Minimum (8′) ist eine orientierende Erkennungsschwelle für eine kurze Aufschrift unter sehr guten Bedingungen und mit einem aufmerksamen Betrachter; längere Texte sollten nicht auf dieser Stufe gestaltet werden. Bequemes Lesen (15′) ist die Stufe für die meisten Anwendungen: Plakate, Messestandwände, Schaufenster, Präsentationen. Schnelles Erfassen (30′) bietet eine große Reserve, wenn der Betrachter nur einen Sekundenbruchteil hat oder aus großer Entfernung schaut: Banner an der Straße, Fahrzeugwerbung, Richtungsbeschilderung. Beispiel: Aus 10 m erfordert bequemes Lesen eine Versalhöhe von ca. 44 mm, schnelles Erfassen ca. 87 mm. Schwacher Kontrast, schlechte Beleuchtung, Bewegung und ältere Betrachter erhöhen die Anforderungen, deshalb multipliziert der Rechner das Ergebnis mit orientierenden Faktoren und zeigt den resultierenden Winkel nach dieser Korrektur an.
Schriftgrad, Buchstabenhöhe, Strichstärke und Vorschriften
Der Schriftgrad in Punkt beschreibt den Schriftkegel, nicht die Buchstabenhöhe: Die Versalie der meisten Schriften hat 0,66–0,73 des Schriftgrads, eine Aufschrift in „100 pt“ hat also Großbuchstaben von ca. 25 mm Höhe. Der Rechner rechnet die Versalhöhe für das gewählte Verhältnis in Punkt um. Aus der Entfernung zählt auch die Strichstärke: Schriften mit dünnen Strichen „verschwinden“, für große Entfernungen ist daher eine Strichstärke von etwa 1/7 der Versalhöhe ein orientierender Ausgangspunkt; negativ gesetzt (helle Buchstaben auf dunklem Grund) sollten dünne Schriften vermieden werden, die genaue Stärke hängt von Drucktechnik und Beleuchtung ab. Die Ergebnisse sind orientierende Gestaltungsempfehlungen: Sicherheits-, Barrierefreiheits- und Verkehrsbeschilderung unterliegen eigenen Normen, die unabhängig zu prüfen sind, und die Bedürfnisse sehbehinderter Betrachter gehen über diesen Rechner hinaus.