Der Latexdruck hat ein Problem gelöst, mit dem sich der Großformatdruck jahrelang herumgeschlagen hat: ein Druck, der sofort montagefertig ist, ohne Geruch und ohne Auslüften.
Im Folgenden erklären wir, worauf diese Technologie beruht, worin sie sich vom Lösemitteldruck und vom lampengehärteten Druck unterscheidet, wo sie sich am besten bewährt und welche Grenzen sie hat.
Worauf die Technologie beruht
Latextinte besteht überwiegend aus Wasser, zu etwa 70 Prozent, dazu kommen Pigmente und Polymere. Nach dem Auftragen läuft der Druck durch eine Heizzone: Das Wasser verdunstet und die Polymere verbinden sich zu einem elastischen Film, der das Pigment einschließt und mit dem Material verbindet.
Der Unterschied zur Lösemitteltechnologie ist grundlegend. Dort ist der Träger des Farbmittels ein Lösemittel, das verdunsten muss, und mit ihm entweichen flüchtige organische Verbindungen. Beim Latexdruck verdunstet Wasser.
Vorteile
- Keine belastenden Emissionen. Der Träger ist Wasser, der Druck füllt die Halle also nicht mit Lösemitteldämpfen.
- Der Druck ist sofort fertig. Das Auslüften entfällt, das bei Lösemitteltechnologie einen Tag und länger dauern kann.
- Kein Geruch. Das zählt überall dort, wo die Grafik in einen Raum mit Menschen kommt: in Praxen, Klassenzimmern oder Gastronomiebetrieben.
- Breites Spektrum an Bedruckstoffen. Folien, Banner, Tapeten, Papiere, Textilien und Netze, auch Materialien, die nicht eigens für den Lösemitteldruck vorgesehen sind.
- Widerstandsfähiger Druck. Der Polymerfilm schützt das Pigment vor Kratzern, und die Farben vertragen Sonnenstrahlung gut.
- Gesättigte Farben und weiche Verläufe, was sich vor allem bei Fotografien und Farbverläufen zeigt.
Grenzen
Die andere Seite gehört ehrlicherweise dazu:
- Höherer Energieverbrauch. Das Verdunsten des Wassers und das Verschmelzen der Polymere braucht Wärme, die Maschine zieht also mehr Strom als eine Lösemittelmaschine.
- Temperaturempfindliche Bedruckstoffe. Materialien, die einige Dutzend Grad nicht vertragen, verlangen reduzierte Parameter oder eine andere Technik.
- Die Tintenkosten liegen pro Liter mitunter höher, bei knappen Terminen macht das entfallende Auslüften den Unterschied jedoch wett.
Bei sehr hohen Auflagen eines einzigen Motivs für den Außeneinsatz ist die Lösemitteltechnologie noch immer manchmal günstiger. Die Wahl richtet sich nach dem Auftrag, nicht nach der Mode.
Großformattechnologien im Vergleich
| Merkmal | Latex | Lösemittel | Lampenhärtung |
|---|---|---|---|
| Träger des Farbmittels | Wasser | Lösemittel | lampengehärtetes Harz |
| Geruch nach dem Druck | keiner | wahrnehmbar, Auslüften nötig | sehr gering |
| Montagebereitschaft | sofort | nach dem Auslüften | sofort |
| Flexibilität des Drucks | hoch | hoch | begrenzt, die Schicht kann steif sein |
| Starre Bedruckstoffe | nein | nein | ja |
Anwendungen
- Außenwerbung: Banner, Netze, Großformatplakate.
- Fahrzeugfolierung, bei der die Flexibilität des Drucks in den Sicken zählt.
- Tapeten und Innenraumdekoration, auch in öffentlichen Gebäuden.
- Messematerialien: Wände, Roll-ups, Displays.
- Textilien: Fahnen, Textilwände, Ausstattungselemente.
Weil weder Geruch noch Emissionen entstehen, bewährt sich die Technologie besonders dort, wo die Grafik gleich nach der Montage in von Menschen genutzte Räume kommt.
Haltbarkeit
Ein unbehandelter Latexdruck übersteht mehrere Jahre Außenbewitterung, und eine Laminierung verlängert diese Zeit deutlich und erhöht die mechanische Beständigkeit. Die Haltbarkeit hängt allerdings nicht nur vom Druck ab: Es zählen auch der Bedruckstoff, die Himmelsrichtung, der Einfallswinkel der Sonne und die Frage, ob die Grafik gereinigt wird.
Was vorzubereiten ist
- Eine Datei im Maßstab oder mit klar angegebenem Maßstab, dazu das Endmaß in Metern.
- Eine an den Betrachtungsabstand angepasste Auflösung. Ein Banner, das aus einem Dutzend Metern gesehen wird, braucht nicht die Dichte eines Plakats, das aus der Nähe gelesen wird.
- Beschnitt und Zugaben passend zur Montageart: Rahmen, Leiste, Ösen oder Tunnel.
- Markierte kritische Farben, wenn Unternehmensfarben im Spiel sind.
Wie sich Ihre Farben nach dem Übergang auf Druckfarben verhalten, prüfen Sie in der CMYK-Simulation. Bei der Fahrzeugfolierung hilft außerdem der Wrapping-Visualizer, der die Lage der Grafik auf der Karosserie zeigt.
Zusammenfassung
Der Latexdruck verbindet eine gute Wiedergabe mit dem Ausbleiben belastender Emissionen, und der Druck ist montagefertig, sobald er die Maschine verlässt. Der Preis dafür sind der höhere Energieverbrauch und die Grenzen bei wärmeempfindlichen Bedruckstoffen.
Er ist überall dort eine gute Wahl, wo die Grafik in einen Innenraum kommt oder der Termin knapp ist. Bei langen Außenserien lohnt der Kostenvergleich mit der Lösemitteltechnologie.
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